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Unser Hunde-Lebenslauf

06.01.2008 Ute und "Comes cordis Gianni" auf Exkursion durchs Unterholz
Tiere habe ich schon immer geliebt. Meine Eltern erzählen heute noch gerne die
Geschichten, welche davon handeln mich als Dreijährige nicht von einem
Bernhardiner Hals loseisen zu können, vordem sie sich selbst sehr fürchteten,
dass ihnen das Generve meiner Bettelei um Reitstunden heute noch nachgeht und
natürlich die Episode "Asco" meinem ersten Hund, welchen ich auf der Straße
aufgeklaubt hatte und um nichts in der Welt mehr hergeben wollte (so wie vorher
die Straßenhunde in jedem Urlaub im Süden)... etc. Einen eigenen Hund in der
Wuppertaler-Südstadt, Mietwohnung? Das konnte ja nicht sein. So wurde Asco
erstmal auf dem Bauernhof meines Onkels untergebracht. 2 Jahre später holte ich
ihn dann in unsere Nachbarschaft, zur Bewachung eines großen Schulgeländes.
So begann dann auch meine Hundesport-Karriere. Jetzt konnte ich (mittlerweile 14
Jahre) schließlich endlich mit dem Bus zu einem Hundeplatz fahren um dort Asco (Schäferhund-Labrador-Mix),
der inzwischen gut 6 Jahre alt war, noch zur Begleithund- und
Schutzhund-Prüfung I führen. Diese Urkunden von den Prüfungen mit Asco hängen
heute noch mit Fotos aus dieser Zeit in unserem Hundehaus.
Bereits mit 18 Jahren wählte mich der Polzeihunde-Sportverein-Wuppertal e.V. (DVG),
indem ich "groß" geworden war zu ihrem Ausbildungswart. Nebst Asco bildete
ich in diesem Verein noch den Rottweiler eines Freundes bis Schutzhund II
aus. 1989 folgte ich mit 20 Jahren meinem damaligen Freund und heutigen Ehemann
Eberhard nach Hannover. Eberhard absolvierte dort sein Studium zum
Dipl.-Biologen und ich arbeitete dort wie auch in Wuppertal bei der Dt. Telekom.
Der alte Asco, mittlerweile fast taub und blind, war bei meinen Eltern in
Wuppertal geblieben und Bodo der Rottweiler natürlich bei seinem Herrchen....
ohne Hund konnte ich es allerdings nur eine kurze Zeit aushalten und so nahm ich
auch dort wieder Hunde in Ausbildung. Ich schloss mich dem Hundesportverein in
Sehnde (DVG) an und bildete dort Schäferhunde und Rottweiler aus. Die
Rottweiler-Hündin "Candy vom Schmandberg" kaufte ich nach der Ausbildung. Mit
ihr wurden wir vom Hundebesitzer und -ausbilder zum -züchter. Unter dem
Zwingernamen "vom Fasanenhof" züchteten wir 1993 unseren ersten Wurf Rottweiler.
Die Zeit dazu hatte ich, da wir selbst inzwischen Eltern unseres ersten Sohnes
Gerrit geworden waren und ich im Erziehungsurlaub Kind und Hunde gleichzeitig
großziehen konnte...
Kurz nach der Geburt unseres zweiten Sohnes Leon 1995 verließen wir, nach
abgeschlossenem Studium von Eberhard, Hannover und zogen um in den schönen
Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen. Von 1995 bis Juli 2000 wohnten wir in
Meinhard-Jestädt, dort gründeten wir dann 1997 auch unsere Hundeschule und
-pension mit entsprechendem Zubehör- und Futtervertrieb.
Die "Fazination-Hund" war bei mir niemals einseitig, es interessierte mich
einfach alles zu diesem Thema. Hunderassen und ihre spezifischen Eigenschaften,
die Entstehung und Ursprung von Rassen, die Vielfalt der Spezialisten, die der
Mensch aus dem Ursprung Wolf hervorgebracht hat, die riesigen Unterschiede in
Wesen, Charakter der Verwendung der einzelnen Hunderassengruppen wie z. B.
Terrier, Herdenschutzhund, Windhunde etc. begeisterten mich immer mehr.
Das Befassen mit dieser Materie hat bei mir absoluten "Suchtcharakter". (Und es
ärgert mich immer wieder, dass es auch heute noch Hundeschulen gibt, welche nach
irgendeiner "Ach-noch-so-tollen-Methode", ohne auch nur im geringsten auf
rassespezifische Eigenarten Rücksicht zu nehmen, alle Hunde "über einen Kamm
scheren". )
Meinen Mann wundert beim Thema Hund und Ute sowieso schon nichts mehr, aber
meine Hundesportkollegen aus der "Gebrauchshund-Szene" guckten mich schon ein
wenig verwundert an, als im Januar 2000 "Ischyma Balagur" , unser erster Barsoi
, bei uns einzog. Die russischen Windhunde hatten mich bereits als kleines
Mädchen fasziniert und ich erinnere mich daran, dass ich nicht für alles in der
Welt meine "Barsoi-Postkarte" gegen x-hundert andere Postkarten eingetauscht
hätte (ja, liebe jüngere Generation: man sammelte damals Postkarten. Poke-,
Digimon und Magic-Karten konnten mich somit nicht vom Hocker reissen ;-)).
Im August 2000 zogen wir mit unseren Söhnen, der alten Candy und
Balagur in
unser jetziges Zuhause, die Obermühle
, um. Im November 2000 bekam ich dafür,
dass ich für unseren Freund, Werner Dietzel, eine Schäferhündin zur Körung
führte, einen Dt. Schäferhundwelpen aus seinem Zwinger geschenkt. "Cim von der
BoyneburgkerStraße" zog bei uns ein und wurde Eberhards Hund.
Meine Freundin Angela, welche die gleiche Hunde- und Pferdeleidenschaft mit mir
teilt erzählte mit alsbald von einer "tollen noch total unbekannten
Hunderasse aus Italien, Lagotto Romagnolo". "Kenn´ ich nicht, gibt´s nicht!",
war damals meine Antwort..... und wurde schnell eines Besseren belehrt: Gibt´s
doch! ... und zwar schon ein paar Hundert Jahre, aber (damals im Jahr 2000) noch
nicht bei der FCI anerkannt. Angela importierte "Didyfarnie" (Sina) aus Italien
und ich war ziemlich schnell vom "Lagotto-Virus" angesteckt. Tatsächlich gibt es
eine Rasse, welche sich gerade weil sie speziell für die Trüffelsuche gezüchtet
wurde, auch wundervoll als Familienhund eignet! Er sucht nah beim Hundeführer
(eng an den Hundeführer gebunden, läuft nicht weg) , ist leicht abzurichten
(arbeitsfreudig), soll sich nicht vom Wild ablenken lassen (kein bzw. kaum
Jagdtrieb), unempfindliches Woll-Fell zum Schutz (haart nicht, wird geschoren,
wenig Allergene)- der Lagotto!
Wir hatten gerade unser Hundehaus fertig und somit optimale Bedingungen für
Hundehaltung und -zucht und Angela fragte mich, ob wir nicht einen Wurf mit
ihrer Hündin machen wollten..... naja, klar die Zucht dieser in Deutschland noch
seltenen und so liebenswerten Hunderasse interessierte mich kolossal! Der
Zwingernamen "Comes cordis" (Herzensfreunde) wurde international geschützt und
2002 wurde im zweiten Lagotto-Romagnolo-Zwinger Deutschlands unser A-Wurf
geboren.
Zwischenzeitlich waren Eberhard und ich in den Schäferhundverein, Ortsgruppe
Wanfried eingetreten. Damit ich neben Eberhard und Cim nicht arbeitslos
auf dem Hundeplatz zuschauen musste, nahm ich weiterhin Schäferhunde (meistens
für Züchter) in Ausbildung. Die Hündin "Ilka v.d. Königstannen" kaufte ich nach
der Ausbildung. Da Eberhard die Gebrauchshund-Zucht wieder aufnehmen wollte,
wurden in den folgenden 2 Jahren auch zwei Würfe Dt. Schäferhunde gezüchtet. Aus
diesen Würfen gingen erfolgreiche Sporthunde hervor, zwei von Ihnen verrichten
ihren Dienst beim Zoll und der Justiz als Drogenspürhunde. "Aika Comes cordis" (
Hauptzollamt Frankfurt) wurde kürzlich mit der "Plakette für erfolgreichen
Einsatz" für das mehrfache Aufspüren von Rauschgift, mit ihrem Hundeführer
Torsten Meier, ausgezeichnet.
Barsoi-Balagur stellte ich fleißig im In- und Ausland aus. Er wurde in seinem
Leben 2 x Dt.Windhundzucht- u. Rennverband-Sieger und brachte es zum
"Internationalen Champion". Außerdem bewies er auch seinen Leistungswillen mit
seiner Coursing-Lizenz. Weihnachten 2003 zog "Ischyma Fandango" der zweite
Barsoi bei uns ein. Balagur sollte eben einen von seiner Art bei sich haben
dürfen. Auch Fandango entwickelte sich zu einem wundervoller Windhund mit
den positivsten Charaktereigenschaften und war ein guter Freund für Balagur.
Auch Fandango machte seine Coursing-Lizenz. Jetzt konnte ich die beiden
gemeinsam beim Coursing starten lassen. Welch eine Augenweide... meine beiden
Barsois gemeinsam "jagen" zu sehen... diese Eleganz, Geschwindigkeit und
Energie....Jedoch wurde uns Balagur am 29.08.2006 durch einen tragischen
Autounfall genommen. Niemals werden wir ihn vergessen. Er war so ein
unglaublicher Hund...... und ich habe eine Sekunde lang geglaubt es kann nichts
passieren und nicht aufgepasst- ich werde es mir nie verzeihen. Nun war Fandango
allein... aber da er mittlerweile auch zum Deckrüden herangewachsen war, bekamen
wir im März 2007 seinen Sohn "Ischyma Kyrill", welcher sich ebenfalls zu einem
stattlichen jungen Barsoi entwickelt hat.
Wir importierten 2004 die Lagotto-Hündinnen "Birba und Lisa dei Silvanbull" aus
Italien und bauten uns, zusammen mit der aus dem A-Wurf behaltenen "Comes cordis
Anima amata", unseren Stamm an gesunden, wesensfesten, arbeitsfreudigen
und schönen Lagotto-Zucht-Hündinnen auf.
Das Leben hier in der Natur mit dem großen Kreis unserer (meist auch
tierbegeisterten) Freunde und den Tieren macht uns glücklich. Es toben hier
jeden Tag Lagotti, Barsois, Schäferhunde und Katzen durcheinander, lassen es
niemals langweilig werden, bereiten uns manchmal Kopfzerbrechen, bauen uns in
sorgenvollen Stunden wieder auf, schenken uns ihre ganze Liebe und uns bleibt
nichts als unserem Schöpfer jeden Tag zu danken, unser Leben so verbringen zu
dürfen.
Ute Ruoff, im April 2008
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